~ Rigi nach Arth-Goldau ~

06.02.2011 - Fliegen

Sonniger Sontag auf der Rigi. Stefan und ich machen uns auf von Arth-Goldau mit der Zahnradbahn hoch auf die Staffelhöhe. Unterwegs, im Schatten, ist es noch eisig und Stefan fällt rücklings auf seinen Gleitschirm und verknackst sich die Hand. Aber ein echter Indianer kennt keinen Schmerz und fliegen kann man zur Not auch einhändig... Wir legen unsere Schirme auf der recht flachen Staffelhöhenwiese aus und müssen ohne viel Wind und Thermik für den ersten Flug recht weit rennen. Es folgt eine Flugphase mit nur wenigen Meter über die Wiese bis es beim Känzeli endlich abschüssiger wird. Da noch etwas früh ist der erste Flug nur ein Gleitflug zum Landeplatz Wäggis. Die Hanglandung war recht eng aber safe.

Beim zweiten Flug war dann die Thermik etwas besser, so dass ich mich über dem Känzeli halten konnte und den staunenden Touristen um die Köpfe flog. Auch die zweite Landung in Wägges war unspektakulär. Ganz im gegensatz zum Flug und der Aussicht über den Vierwaldstättersee: Herrlich! Unter uns glitzerte der See und blendete richtig.

Wieder oben angekommen, mittlerweilen ist es schon nach 17 Uhr, planen wir unseren Rückflug nach Arth-Goldau. Da wir die Strecke Staffelhöhe nach Arth-Goldau noch nie geflogen sind, müssen wir auf die Einschätzung eines Locals vertrauen: "Das langt vorig mit dä hüttigä Schirm". Wie sich im Gleitflug entlang der bereits abgeschattete Bergflanke dann herausstellte, war die Aussage des Locals falsch, bzw. sicher noch ein zwei Thermikschläuche einberechnet. Mein Vario machte aber keinen einzigen Pieps und ich mich dementsprechend ohne Liegegurtzeug extrem flach um blos keinen unnötigen Luftwiderstand zu erzeugen. Unter mir nur Wald, Autobahn und See: Kaum Landemöglichkeiten. Ich versuchte stehts den höchstmöglichen Punkt, möglichst eng am Relief entlang anzufliegen. Eine Flanke überflog ich mit zwei Meter Abstand, um mir den Umweg um diese Nase zu sparen. Als ich zurückschaute, sah ich Stefan der etwas tiefer die Nase umfliegen musste. Die Höhe nam konstant ab und nach jeder Flanke kam noch eine weitere. Arth-Goldau wollte und wollte nicht auftauchen. Kurz vor dem Boden tat sich dann doch noch das Tal richtung Arth auf und ich hatte noch etwa 100 Meter Höhe um eine freie Wiese anzupeilen. Als ich in Ober-Arth, zwei Bussstationen von Arth-Goldau weg landete, war es schon fast zu Dunkel um die Leinen zu sortieren. Ich traf Stefan dann auf dem Buss. Auch er hat Ober-Arth noch sicher erreicht. Das war mal wieder ein Nervenkitzel!